Bedienungsanleitung für den Chef

Manchmal entstehen die stärksten Lean-Impulse dort, wo man sie nicht erwartet. Heute hatte ich ein spannendes Gespräch mit dem Geschäftsführer eines KMU – Betriebs in Vorarlberg. Und nein – es […]

Manchmal entstehen die stärksten Lean-Impulse dort, wo man sie nicht erwartet. Heute hatte ich ein spannendes Gespräch mit dem Geschäftsführer eines KMU – Betriebs in Vorarlberg.
Und nein – es ging nicht um Wertstromdesign oder Shopfloor-Boards.
Es ging um eine Gebrauchsanleitung. Für ihn selbst.

Er hat für seine Mitarbeitenden aufgeschrieben:
1️⃣ Du bekommst das Beste von mir, wenn …
→ klare Punkte, was ihn leistungsfähig, fokussiert und konstruktiv macht.
2️⃣ Du bekommst das Schlechteste von mir, wenn …
→ ehrlich reflektiert, welche Situationen ihn triggern oder ausbremsen.
3️⃣ Du kannst von mir erwarten, dass …
→ sein Führungsversprechen. Verlässlichkeit. Haltung. Prinzipien.
4️⃣ Das brauche ich von dir.
→ konkrete Erwartungen an Zusammenarbeit und Kommunikation.

Kein Leadership-Buzzword.
Keine PowerPoint-Folie.
Sondern Klarheit.

Und ganz ehrlich:
Ist das nicht pures Lean-Denken – nur auf der Beziehungsebene?

Wir sprechen im Lean Management viel über:
→ Verschwendung in Prozessen
→ Unklare Schnittstellen
→ Doppelarbeit
→ Fehlende Standards
Aber wie viel Verschwendung entsteht täglich durch Missverständnisse in der Zusammenarbeit?
→ Unklare Erwartungen.
→ Nicht ausgesprochene Bedürfnisse.
→ Interpretationen statt Klartext.

Diese „Gebrauchsanleitung“ ist nichts anderes als ein Standard für Führung.
Ein Standard, der:
✅ Reibung reduziert
✅ Vertrauen stärkt
✅ Kommunikation vereinfacht
✅ emotionale Verschwendung vermeidet

Und vor allem: Er zeigt Verantwortung.
Denn gute Führung beginnt nicht mit der Erwartung an andere –
sondern mit der Klarheit über sich selbst.

Vielleicht ist das eine der unterschätztesten Lean-Maßnahmen überhaupt.
Was hältst du von der Idee einer persönlichen Gebrauchsanleitung als Führungskraft?

Gebloggt am 16. März 2026

 von Matthias

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