Ist nicht geschumpfen genug des Lobes?

„Net gschumpfa isch gnua globat“ vs. die Kraft der ausgesprochenen Wertschätzung. Kürzlich hatte ich eine Begegnung, die mich noch lange beschäftigt hat. Ich traf meinen ehemaligen Mathe-Lehrer wieder und wir [...]

„Net gschumpfa isch gnua globat“ vs. die Kraft der ausgesprochenen Wertschätzung.

Kürzlich hatte ich eine Begegnung, die mich noch lange beschäftigt hat. Ich traf meinen ehemaligen Mathe-Lehrer wieder und wir unterhielten uns ein wenig über die Schulzeit.
Dann fragte er mich plötzlich: „Kannst du dich noch erinnern, was du damals beim Abschlussfest zu mir gesagt hast? Ich weiß es nämlich noch ganz genau. Daran werde ich mich auch mit 100 noch erinnern.“

Ich wusste es noch. Bei der Abschlussfeier nahmen wir Schüler die Lehrer ein bisschen auf die Schippe und ich durfte die Ansprache an ihn halten. Er war nicht besonders groß gewachsen, und ich beendete meine Rede mit dem Satz:
„Herr Lehrer, an ihnen sieht man, dass man nicht groß sein muss, um großartig zu sein.“

Für mich war dieser Lehrer tatsächlich außergewöhnlich gut, das Statement war ehrlich gemeint. Doch dass ihn das 20 Jahre später noch so bewegt, hätte ich nie gedacht.

Es hat mir mal wieder klar aufgezeigt: Artikulierte Wertschätzung hat oft eine viel größere Wirkung, als wir uns vorstellen können. Und das ist keine Einbahnstraße. Mitarbeitende wünschen sich Anerkennung in Form von Worten, Gesten, Benefits, Gehaltserhöhungen,… – und die Führungskräfte, die das geben sollen, freuen sich genauso über ein freundliches Wort!
Wenn es authentisch ist, hat das nichts mit Arschkriecherei zu tun.

Egal ob ihr Führungskraft, Mitarbeitende oder beides seid: Haltet die Augen für das Positive offen und sprecht es aus, wenn ihr etwas entdeckt. 💬 Manchmal bewirken vermeintlich kleine Sätze etwas ganz Großes. So wie damals bei meinem Mathe-Lehrer. Manche behaupten soger, er wäre damals durch den Kommentar um 2cm gewachsen.

Gebloggt am 19. April 2026

 von Matthias

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